Sicherung Deutsches Museum Bonn

Entscheidendes Signal für den Fortbestand des Deutschen Museums Bonn

Die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die Dr. Hans Riegel-Stiftung zeigen gemeinsam den Weg auf, die Basisfinanzierung für das Deutsche Museum Bonn zu sichern und geben dem Deutschen Museum Bonn damit mittelfristige Planungssicherheit. Das lange Warten und Bangen hat ein erfreuliches Ende: Mit dem heutigen Tag steht fest, dass die Voraussetzungen zum Erhalt des Deutschen Museums Bonn erfüllt werden können. Das Deutsche Museum Bonn benötigt eine Basisfinanzierung in Höhe von jährlich 600.000 Euro. Weitere Projektmittel in gleicher Höhe sollen als Ergänzung vom Förderverein sowie anderen privaten und öffentlichen Trägern in gleicher Höhe eingeworben werden.

Der Rat der Stadt Bonn hat beschlossen, die Beratungen über die Höhe des städtischen Zuschusses ab 2019 im ersten Quartal 2017 wieder aufzunehmen, wenn Klarheit über das mögliche Engagement weiterer Zuschussgeber besteht. Diese Klarheit konnte nun erreicht werden. Die Stadtverwaltung Bonn hat daher dem Rat die Erhöhung des städtischen Zuschusses von jährlich 300.000 € auf 400.000 Euro vorgeschlagen. Der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises hat beschlossen, das Museum mit jährlich 75.000 Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren zu fördern. Die Dr. Hans-Riegel-Stiftung hat sich nun bereit erklärt, die dann noch fehlende Differenz in der Basisfinanzierung in Höhe von 28.000 Euro in 2018 und jeweils 100.000 Euro zunächst für die Jahre 2019 und 2020 zu tragen.

Neben einem starken Heimatbezug der ebenfalls in Bonn verwurzelten Dr. Hans Riegel- Stiftung, war es insbesondere die inhaltliche Deckungsgleichheit im Hinblick auf die Bildungsförderung in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), die diesen Entschluss begünstigte. Unter diesen vielversprechenden Voraussetzungen erhöhte auch die Stadt Bonn nochmals ihren Finanzierungsbeitrag.

Das Deutsche Museum Bonn ist kein passiv musealer Betrieb sondern eine dynamische Wirkungsstätte, die sehr stark geprägt ist von Mitmachaktionen für Kinder und auch Erwachsene, um sie spielerisch an Naturwissenschaft und Technik heranzuführen.  Die interaktiven Möglichkeiten im Museum werden als außerschulischer Lernort angeboten und haben eine hohe Bedeutung insbesondere im Übergang von Schule zu Beruf und Studium. Experimentier-Tische und Experimentier-Küche etwa ermöglichen die Erkundung physikalischer oder chemischer Alltagsphänomene, diverse Workshops wecken Kreativität und Entdeckergeist. Diese aktive Ausrichtung passt hervorragend zur Dr. Hans Riegel-Stiftung, die als operative Stiftung ebenfalls eigene Projekte in langfristigen Kooperationen verwirklicht.
„Das Deutsche Museum Bonn ist ein elementarer Ort der regionalen Bildungsförderung, der ideal zu den Satzungszwecken der Dr. Hans Riegel-Stiftung passt und den es unbedingt zu erhalten gilt. Wir suchen ständig neue Wege, um junge Menschen entlang der Bildungskette zu unterstützen. Das Deutsche Museum Bonn ist dabei für uns ein perfekter Partner, weil dort seit Jahren mit innovativem Spirit junge Menschen für MINT begeistert werden und das auch noch in unmittelbarer Nähe,“ so kommentierte Marco Alfter, Geschäftsführer der Dr. Hans Riegel-Stiftung, die Entscheidung.
„Das Deutsche Museum in Bonn hat mit der Schwerpunktsetzung Technik, Mathematik und Naturwissenschaften ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Region. Das Museum ist ein exzellenter Kooperationspartner für den Rhein-Sieg-Kreis, der die MINT-Förderung und die digitale Bildung zum bildungspolitischen Schwerpunktthema erklärt hat", sagte Landrat Sebastian Schuster.

Unter diesen vielversprechenden Voraussetzungen hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan eine Beschlussvorlage zur Erhöhung des städtischen Zuschusses ab 2019 für die März-Sitzungen des zuständigen Ausschusses für Internationales und Wissenschaft und des Rats vorgelegt. „Ich danke dem Rhein-Sieg-Kreis für seine frühzeitige Entscheidung für das Deutsche Museum Bonn als außerschulischer Lernort und dem Förderverein für sein außerordentliches Engagement. Dass die Dr. Hans Riegel-Stiftung sich zu dieser großzügigen Finanzierung Unterstützung bereit erklärt hat, ist eine glückliche Fügung,“ sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan.
Auch Dr. Andrea Niehaus, Leiterin des Deutschen Museums Bonn, zeigte sich sehr zufrieden mit der nun gefundenen Lösung: „Mit diesem Schulterschluss wäre die Basisfinanzierung für die  nächsten Jahre gesichert“ freut sie sich. „Damit steht die wichtigste Säule unseres Drei-Säulen-Modells. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir jetzt auch noch die beiden anderen Töpfe füllen können, auf der einen Seite die Eigen- und Projektmittel des Museums, auf der anderen Seite die Mittel aus dem Förderverein WISSENschaf(f)t SPASS. Im nächsten Schritt werben wir um weitere Förderer, anschließend konzentrieren wir uns darauf, das Museum auf Grundlage eines  strukturellen, wie inhaltlichen Innovationskonzeptes fit für die Zukunft zu machen.“

Der Verwaltungsrat des Deutschen Museums München hat in seiner Sitzung Ende letzter Woche die Zusagen der Stadt Bonn, des Rhein-Sieg-Kreises und der Dr. Hans-Riegel-Stiftung begrüßt und sieht darin eine Basis für die weitere Zusammenarbeit. Das Deutsche Museum in München freut sich sehr über diese Entwicklung und sieht darin eine echte Zukunftsperspektive für das Haus in Bonn.

„Wir begrüßen dieses entscheidende Signal für den Erhalt des Deutschen Museums Bonn außerordentlich“, sagte Antonio Casellas, Vorsitzender des Fördervereins WISSENschaf(f)t SPASS. „Wir sind nach zahlreichen Gesprächen in den Kreisen sehr zuversichtlich, dass weitere Unterstützer hinzukommen – das Bekenntnis der Stadt Bonn ist der entscheidende Türöffner“, erläutert Antonio Casellas. „Wir hoffen, dass der Bonner  Stadtrat den Beschluss fasst und danken auch den vielen Helfern, die wir überzeugen konnten. Wir haben eine sehr breite Unterstützung durch die IHK, die Kreishandwerkerschaft, den Stifterverband,  unsere Mitglieder und viele weitere Helfer vom DGB Bonn bis zum Arbeitgeberverband Chemie, Hochschullehrer und AStA, Handwerksmeister und Nobelpreisträger“ so Antonio Casellas.