Die MINT-Coaches berichten über sechs Monate TouchTomorrow-Truck in fünf Bundesländern

TouchTomorrow hat die Zielsetzung, Schülerinnen und Schüler durch das Erleben und Ausprobieren von Zukunftstechnologien für Bildungs- und Berufswege im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu gewinnen. An Bord sind mindestens drei speziell ausgebildete MINT-Coaches, die im ständigen Dialog mit den Jugendlichen stehen. Sie konnten im vergangenen halben Jahr viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln…

MINT-Coach Dr. Leonie Fritsch:

„Ich hatte das große Glück, auch schon bei der Konzeptions- und Testphase des Touch Tomorrow-Trucks mitwirken zu können. Als ich die Stellenausschreibung 2017 gesehen habe, wusste ich sofort: genau das will ich machen.

Ich engagiere mich schon sehr lange in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – z. B. bei Kinderunis, Girlsdays oder auch als Basketball-Trainerin. Die Aufgabe als MINT-Coach erlaubt es mir, Jugendarbeit und Wissenschaft zu verbinden.

Ich möchte den Jugendlichen ein lebendiges und authentisches Vorbild sein, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig Vorbildpersonen sind…

Mein Vater etwa ist Biologielehrer und ich hatte in der Schule wirklich gute Lehrer/innen in den MINT-Fächern. Der Einfluss von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und auch Freunden ist bei der MINT-Bildungs- und Berufsorientierung enorm wichtig. Wenn in frühen Jahren – oft sicherlich sogar unbewusst – eingeschränktes Rollendenken und Berührungsängste in Bezug auf Naturwissenschaft und Technik entstehen, wird es in der Schule immer schwieriger, diese Hemmschwelle zu überwinden.

Umso erfreulicher ist es dann für mich, wenn ich an unserem MINT-Navi regelmäßig beobachten kann, dass Schülerinnen und Schüler echte Aha-Effekt erleben – z. B. bei Berufen, die sie nicht kannten oder bei denen sie nicht geahnt haben, dass MINT dafür wichtig ist. Und wenn man dann mit den Jugendlichen noch in einen Dialog auf Augenhöhe geht, kann man wirklich was bewegen.“

 

MINT-Coach Alexander Geiger:

„Es macht Spaß zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler mit Neugierde an die Exponate gehen und sehen wollen, was die Zukunft für sie bereithält. Gerade mit der Oberstufe macht es Spaß, über die Zukunft zu sprechen. Ich erlebe aber leider auch noch oft Berührungsängste mit MINT – insbesondere bei bzw. hervorgerufen durch Mathematik und bei Mädchen stärker als bei Jungs. Dabei ist die Angst vor Mathe m. E. unbegründet. Wenn man nicht so gut in Mathe ist, heißt das nicht, dass man gar kein MINT kann bzw. nicht für einen Weg in Naturwissenschaft und Technik geeignet ist. Es gibt so viele Möglichkeiten in MINT – auch für Mädchen bzw. Frauen. Das oft noch vorherrschende alte Bild muss dringend abgearbeitet werden…

Regelmäßig sind Mädchen im Umgang mit unseren Smart Glasses und Virtual Reality Aufgaben sogar schon exakter und schneller unterwegs als ihre Mitschüler. Es ist also absolut nicht so, dass sie es nicht könnten.

Virtual und Augmented Reality gehören insgesamt zu den Highlights – diese völlig neue Erfahrung „flasht“ oft auch die Lehrpersonen. Außerdem erlauben sie einen sehr praktischen Bezug: Maschinen, etc. müssen eben nicht nur konstruiert, sondern auch gebaut und betrieben werden. Es muss also auch nicht immer ein Studium sein, Ausbildungen bieten ebenfalls sehr gute Chancen und sind wichtig für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen läuft erfreulich gut. Wir hoffen, dass wir bei den Zuständigen vor Ort Impulse geben können, wie sinnvoll Schülerlabore, Themenwochen mit Alltags-/Lebensweltbezug, etc. sind.“

 

MINT-Coach Dr. Alexandra Boeske:

„Ich wollte schon als 2-jähriges Mädchen Wissenschaftlerin werden. Im Kindergarten habe ich meinen ersten Experimentierkoffer bekommen und so ging es dann für mich immer weiter. Heute bin ich promovierte Biologin und habe mich riesig gefreut, beim TouchTomorrow-Truck seit der Konzeptphase mitwirken zu können.

Mein persönliches Highlight war der 12. März, also der erste Testeinsatztag des Trucks. Nach all den Monaten, die wir mit dem Testen von Exponaten, der Optimierung der Unterrichtsimpulse, der Mitentwicklung des didaktischen Konzepts, usw. beschäftigt waren, war es eine unglaubliche Erfahrung zu erleben, wie begeistert die Schülerinnen und Schüler vom Besuch des Trucks sind.

Wir Coaches geben jeden Tag unser Bestes, damit der Funke der Begeisterung auf die Schülerinnen und Schüler überspringt. Durch die Möglichkeit, dass die Jugendlichen selbst entdecken und ausprobieren können, sinkt die Hemmschwelle im Kontakt mit den naturwissenschaftlich-technischen Themen. Das Interesse ist grundsätzlich da, es muss aber in die richtigen Bahnen geführt und Vorurteile so früh wie möglich abgebaut werden. Bilder spielen dabei eine ganz wichtige Rolle und das ist eine Aufgabe für unsere gesamte Bildungs- und Arbeitswelt bzw. unsere ganze Gesellschaft. Es prägt nunmal, wenn man ausschließlich Bilder von männlichen Programmierern oder Ingenieuren sieht.

Wir merken, dass sich das Überraschungsmoment positiv auswirkt – z. B., wenn Schülerinnen und Schüler erkennen, wie wichtig Chemie bei den OLED-Displays ihrer Smartphones ist oder wie interdisziplinär mittlerweile im MINT-Bereich gearbeitet wird. Bei Smart Textiles arbeiten Informatiker/innen und Mode-Designer/innen zusammen, in der humanoiden Robotik sind es oft Disziplinen aus Informatik und Ingenieurwesen, aber eben genauso Psychologie.

Es ist noch eine Menge zu tun, aber wir freuen uns drauf!“

 

 

Mehr Infos auf: www.touchtomorrow.de