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WALLS OF VISION mit dem Deutschen Kulturförderpreis ausgezeichnet

Die Dr. Hans Riegel-Stiftung möchte mit WALLS OF VISION historische Kunstgüter erhalten bzw. relevant halten, sie einer breitgefächerten Öffentlichkeit zugänglich machen und junge Menschen für die bildende Kunst begeistern. Das Projekt erhielt heute den Deutschen Kulturförderpreis 2020/21, mit dem der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft und seine Partner seit 2006 herausragendes kulturelles Engagement von Unternehmen und unternehmensnahen Stiftungen würdigt. Zu den Bewertungskriterien gehören u. a. kulturelle sowie gesellschaftliche Relevanz, Kreativität, innovativer Wissenstransfer und Nachhaltigkeit des Projektes.

Walls of Vision Kulturförderpreis

Die virtuelle Preisverleihung ist HIER abrufbar. 

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Der Stifter und ehemalige HARIBO-Mitinhaber Dr. Hans Riegel war bekannt für seine Kreativität und seine Leidenschaft für Kunst. In der Satzung seiner gemeinnützigen Stiftung hat er u. a. die Pflege und Erhaltung von Kunst- und Kulturwerten sowie deren Erschließung für die Öffentlichkeit langfristig festgeschrieben. Ihm war dabei besonders wichtig, dass Kunst nicht nur einem kleinen Kreis von Menschen vorbehalten ist, sondern möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht wird. Dieser Aufgabe widmet sich die Dr. Hans Riegel-Stiftung seit 2019 mit dem Projekt WALLS OF VISION, bei dem Kreativität, Diskurs und Naturverbundenheit im Fokus stehen. Historische Kunstwerke werden von renommierten Urban Art Künstler*innen in die heutige bzw. zukünftige Zeit transferiert und in Form von Fassadenmalereien im öffentlichen Raum frei zugänglich gemacht.

Die Auszeichnung mit dem Deutschen Kulturförderpreis ist eine wichtige Bestätigung für das bisherige Wirken des Projektes und gleichzeitig ein großer Ansporn, es zukünftig an vielen weiteren Standorten auszurollen.

Dr. Reinhard Schneider, Vorstandsvorsitzender der Dr. Hans Riegel-Stiftung: "Für Dr. Hans Riegel, selbst leidenschaftlicher Kunstsammler, waren Erhalt von Kulturwerten und Erschließung von Kunst für eine breite Öffentlichkeit von großer Bedeutung. Unsere Stiftung möchte dementsprechend vielen – vor allem jungen – Menschen einen zeitgeistigen Zugang zur Bildenden Kunst ermöglichen. Wir freuen uns über die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die unser Projekt "WALLS OF VISION" durch die bemerkenswerte Auszeichnung in diesem Kontext erfährt.“

Vorstandsmitglied Prof. Ingeborg Henzler ergänzt: „Mit den WALLS OF VISION werden historische Kunstwerke von renommierten Gegenwarts-Künstlern großflächig auf Fassaden neu dargestellt und interpretiert; damit wollen wir an ungewöhnlichen Orten zu Reflexion und Diskurs anregen. So gesehen erfüllt unser Projekt nicht nur einen Kultur-, sondern auch einen Bildungsauftrag."

 

Schon während des Erstellungsprozesses werden die Werke zu Orten der Begegnung und des Diskurses: Generationsübergreifend bleiben Passanten stehen, reflektieren, tauschen sich aus über den Ursprung und vor allem über die Interpretationsmöglichkeiten der großflächigen Kreationen. Die Dimensionen der Fassadenmalereien und die exzellenten Fähigkeiten der handelnden Künstler*innen fördern öffentliches Bewusstsein und Hochachtung für die Bildende Kunst. Eine 200m² große Altmeister-Interpretation sieht man eben nicht alle Tage…

Wie aber bekommt man die bekanntlich schwierig erreichbare Zielgruppe der Jugendlichen ins Boot? Insbesondere, wenn es um Kunst aus längst vergangenen Jahrhunderten geht. Die zeitgemäße, jugendaffine Interpretation mit Street bzw. Urban Art hilft schon einmal sehr. Noch wichtiger ist aber der Aspekt der Teilhabe. Unsere Jugend lässt sich nicht einfach etwas vorsetzen. Deshalb ist es wichtig, sie bei WALLS OF VISION aktiv mit einzubinden. Dies kann, wie z. B. in Köln und Essen im Zuge einer Projektwoche an Schulen erfolgen. Dort werden zunächst kunsthistorische Grundlagen erörtert und die künstlerischen Techniken vermittelt. Die Schüler*innen entwickeln dann gemeinsam mit professionellen Künstler*innen ein Motiv, das im Zusammenhang mit dem großflächigen Hauptwerk steht und das sie selbst auf einer kleineren Fläche – Hand in Hand mit den Profis – realisieren können. Auch die Fotografie, als Herzstück der heutigen „Social-Media-Welt“ und weitere Disziplin der Bildenden Kunst, ist für die Jugendlichen ein natürlicher Zugang zu WALLS OF VISION, der in Form von Workshops, Wettbewerben, etc. genutzt wird.

Bislang wurden vier Kunstwerke in den Städten Köln, Gelsenkirchen und Essen in Zusammenarbeit mit den Künstlern Jakob Tory Bardou, Holger Weißflog (beide Innerfields), Andreas von Chrzanowski (CASE MA'CLAIM) sowie Telmo Pieper und Miel Krutzmann (TELMO MIEL) realisiert. Zudem hat Georg Barringhaus (Artistic Director des CityLeaks Urban Art Festivals Köln) tatkräftig dabei geholfen, das Projekt an den Start zu bringen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für mögliche weitere Stationen in Bonn, Düsseldorf, Dortmund Frankfurt, Offenbach und Stuttgart. Langfristigkeit spielt eine essenzielle Rolle in allen Projekten der Dr. Hans Riegel-Stiftung. Insofern werden jedes Jahr weitere WALLS OF VISION Werke hinzukommen.