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Zwischen niederländischen Altmeistern

Die Alte Galerie im Schloss Eggenberg in Graz hat eine umfassende Leihgabe der Kaiserschild-Stiftung zum Anlass genommen, um eine neue Ausstellung unter dem Titel „Zwischen Tanz und Tod“ zu konzipieren, die am 25. April feierlich eröffnet wurde.

Im Zentrum steht das Zeitalter zwischen 1500 und 1800. In 15 Räumen werden zentrale Themen dieser Epoche dargestellt, wobei die Ausstellung nicht anhand kunsthistorischer Kategorien entwickelt wurde, sondern gesellschaftlich relevante Aspekte dieser Zeit hervorhebt. Die Begriffe Krieg, Vertreibung, Heldentum, Religion, Aufklärung, Glück und Überfluss stehen im Zentrum und zeigen die Umbrüche dieser Zeit.

 

Aus dem Besitz der Kaiserschild-Stiftung sind 30 Gemälde niederländischer Altmeister zu sehen. Die Werke von Griffier, van Goyen, van Ruysdael oder Lingelbach geben Einblick in damalige Lebenswelten in der Stadt und auf dem Land. Die detailgetreuen Jagdstilleben von Valkenburg und van Aelst entstanden im durch die Erfolge der Seemacht befeuerten Goldenen Zeitalter der Niederlande, das die Produktion von Kunstwerken florieren ließ. Die Bedeutung der Seefahrt spiegelt sich auch in der niederländischen Marinemalerei wider, deren Vertreter Jan Abrahamsz durch die Leihgabe der Kaiserschild-Stiftung Teil der Ausstellung ist.

 

Die aber wohl bedeutendsten Gemälde aus der Sammlung der Stiftung sind das „Stillleben mit Glaspokal“ von Pieter Claesz sowie die „Winterlandschaft mit Eisvergnügen“ von Aert van der Neer. Die „Kleine Eiszeit“ im 17. Jahrhundert in Europa stellt einen zentralen Umbruch in dieser Zeit dar und war Bedrohung und Niedergang vieler Existenzen. Aert van der Neer jedoch konzentriert sich auf die vergnüglichen Seiten des Winters und zeigt Eisläufer in ländlichem Ambiente. Er gehört zu den zentralen Vertretern der sich zu dieser Zeit entwickelnden Sparte der Winterlandschaftsmalerei in den Niederlanden. Pieter Claesz wiederum hat maßgeblich zur Entwicklung des niederländischen Stilllebens beigetragen. Durch die Anordnung nur weniger Objekte und den gedämpften Einsatz von Farbe entstand ein eigener Typus in dieser Sparte, der eng mit dem Namen Claesz verbunden ist.

 

Weitere Infos unter

www.museum-joanneum.at/alte-galerie